1975 – 2025 50 Jahre Vogelverein Wals Chronik unseres Vereins
Einleitung:
In den 1960iger und 1970iger Jahren nahm das Hobby Vogelhaltung und Vogelzucht einen nie zuvor erlebten Aufschwung. Der Grund war, der wirtschaftliche Aufschwung unserer Gesellschaft. Einige, die bis dahin einen kleinen Hausgarten hatten, um etwas Gemüse anzubauen, einige Hühner und Kaninchen zur Selbstversorgung hielten, gaben diesen auf und machten einen Rasen und Blumenbeete daraus und wieder welche bauten sich ein kleineres oder größeres Vogelhaus.
Vögel, vor allem heimische, Kanarien oder Wellensittiche wurden von Vogelliebhabern schon immer gehalten. In den 1960iger Jahren und später gab es die Möglichkeit Großsittiche und Papageien zu halten, um sie zu züchten.
Die Folge war, dass sich Vogelzüchter zusammentaten, um einen Verein zu gründen.
So auch in Wals
1975 gründeten einige ambitionierte Vogelzüchter, darunter Phillipitsch Peter, Wrablik Gerhard, Berner Manfred, Fuchs Hans und ich, sowie Züchter aus Bayern und dem Umland im „Gasthaus Auschneider“ den Walser VZV – Vogel- und Ziergeflügelzuchtverein. Waren wir am Anfang 20 Mitglieder, wuchsen wir in den folgenden Jahren auf 250 Mitglieder aus 7 Bundesländern an. Unser Vorgängerverein, die Zoologische Gesellschaft Österreichs, Ortsgruppe Salzburg, hielten in den 1960iger Jahren im Zwergerlgarten in Salzburg schon eine Vogelschau über eine Woche lang ab.
Die letzte Ausstellung war 1970, die Käfige wurden in der städtischen Schranne gegen eine Gebühr eingelagert. Auf Vermittlung von einigen Mitgliedern dieses Vereines, die noch aktive Züchter waren, konnten wir den ganzen Käfigpark (50 an der Zahl) und 11 Volieren um 3.000 Schilling kaufen. Da war der Start für eine eigene Vogelausstellung, die wir im „Gasthaus Schnöll“ in Grödig durch Vermittlung des dortigen Küchenchefs und Vogelzüchter Erich Pokorny, abhielten. Und das war der Start einer erfolgreichen Vereinsgeschichte.
1977 fand die Vogelschau 10 Jahre lang im „Gasthaus Santner“ in Wals statt. Bis die Bestimmung kam, dass in Gaststätten in denen Speisen und Getränke ausgeschenkt werden, keine derartigen Veranstaltungen nicht mehr stattfinden dürfen. Ein der Besucher der letzten Ausstellung beim „Santner“ war Karl Posch, der Besitzer der gleichnamigen Gärtnerei und Vogelzüchter. Ihn kontaktierte ich, ob wir den bei ihm in seinen Glashäusern unsere Ausstellung machen dürften. Es wurden die erfolgreichsten Ausstellungen in unserer Vereinsgeschichte. Vögel und Blumen ergänzt sich gut, zumal Herr Posch die Blumen zur Verfügung stellte. Bis zu 3000 Besucher kamen in 3 Tagen. Züchter aus 7 Bundesländern stellten ihre Vögel aus. Daher auch die Umbenennung in:
VZÖ – Vogelzüchtervereinigung Österreich, diesen Namen führen wir bis heute.
Ich wollte auch im Frühjahr einen Vogelmarkt bei der Firma Posch machen, das ging bei ihm nicht, weil zu dieser Zeit die Glashäuser voll mit Blumen waren. So ergab es sich, dass unser damaliges Mitglied R. Breitenthaler, der in Salzburg in der Vogelweiderstraße ein Gasthaus hatte, wir bei ihm in der Garage 1977 den ersten monatlichen Vogelmarkt, gemeinsam mit dem Vogelverein Mattighofen, abhielten. Leider verstarb er viel zu früh. Die Nachfolger wollten das nicht mehr. So zogen wir zunächst in das „Gasthaus Güterhalle“ bis wir schließlich auf Initiative von unserem Futtermeister, Herrn Franz Gribl, er war es der für die Vereinsmitglieder das Futter besorgte, in den „Gasthof Kapellenwirt“ zogen. Mich befriedigte diese Situation nicht. Ich wollte beim Vogelmarkt immer auch eine Futtermittelhersteller dabeihaben, weil sich das gut ergänzt.
So lernte ich 1993 Sepp Leimüller kennen. Er war begeistert von dieser Idee. Bis heute haben wir am 2. Samstag des Monats bei der Firma EVIT Leimüller in Neumarkt am Wallersee unseren monatlichen Vogel- und Kleintiermarkt.
Wie ging es mit unserer Vogelschau weiter?
Da das Gartencenter Posch, wo wir die Ausstellung abhielten, auch am Sonntag das Geschäft offenhielt, weil die Besucher durch das Geschäft in die Ausstellungsräume gehen mussten, auch die WC-Anlagen sich in diesem befanden, kamen von der Konkurrenz Anzeigen bzw. Strafzahlungen. Herr Posch wollte sich das nicht mehr „antun“! Das war das Ende für unsere Ausstellungen im Gartencenter Posch.
Es war Bürgermeister Ludwig Bieringer, der es uns ermöglichte, dass wir weiterhin unsere Ausstellung abhalten konnten. Und zwar in der Turnhalle der Volksschule in Wals. 2004 fand die letzte Vogelausstellung in dieser statt. Nachwuchssorgen, auch in unserem Verein und somit die Anzahl der Aussteller, machte es nicht mehr möglich eine Ausstellung abzuhalten.
Und nun noch einige wichtige Daten:
- 1975 Eintritt in den RÖK als Verein S 11
- 1977 Austritt wegen grober Differenzen
- 1977 1. Vogelmarkt beim „Vogelweiderwirt“ in Salzburg
- 1980 Jupp Schuhmacher, ein Tierfilmer aus Lohmar (BRD) kam nach Wals und zeigte uns im GH Santner einen Film über die Vogelwelt Australiens. Über 200 Züchter aus ganz Österreich kamen dazu angereist
- 1983 gründete ich als RÖK – Mitglied durch den S 8 Oberndorf, „Preisrichtervereinigung im RÖK für Vogelzüchter“
- 1987 gründete ich zusammen mit Willi Geistlinger die Vogelzeitschrift „Aktuelles aus der Vogelwelt“. 2012 mussten wir sie krankheitshalber durch die Herausgeber, Familie Gertrud und Michael Geistlinger, einstellen.
Auch Züchtertagungen fanden einige statt:
- 1986 1. Weltpapageienkongress in Teneriffa
Für die österreichischen Teilnehmer organisierten meine Frau und ich diese Reise - 1988 Artenschutztagung im Vogelpark Turnersee VPT
Dr. Böck, Zoodirektor Schönbrunn, Wien - 1990 im Vogelpark Schmieding, damals kam Prof. Dr. Otto König. 400 Teilnehmer aus ganz Österreich kamen hierzu
- 1991 Tagung im Vogelpark Turnersee
Thomas Arndt, Gründer der Vogelzeitschrift „Papagei“
Dr. med. vet. Friedrich Janeczek - 1992 Tagung im Ebbser Raritätenzoo
Hans Assink, Zoo Rotterdam
Dr. med. vet. Friedrich Janeczek - 1993 Tagung in Bad Vöslau
Referenten waren Dr. med. vet. Gernot Werner-Tutschku,
Dr. Herbert Schifter, Natur historisches Museum Wien
Dr. Christian Böhm, Tiergarten Schönbrunn Wien - 1994 Gründung der IVÖ – Interessensgemeinschaft der Vogelzüchter Österreichs
- 1995 Tagung im Vogelpark Schmieding mit
Pfarr. Prof. Mag. Ambros Aichhorn
Dr. med. vet. Manfred Hochleitner
Dr. Herbert Schifter
Fr. Dr. Krug, Gesundheitsministerium Wien
Dr. med. vet. Gernot Werner-Tutschku
Josef Zehnder, Schriftleiter „Gefiederter Freund“, Schweiz - 1997 Tagung mit Dr. med. vet. Gernot Werner-Tutschku
Rosemarie Low im Saal der SN - 2017 Gründung der ÖDAST – mit Beteiligung der VZÖ und der IVÖ
In Erinnerung bleiben noch die Vereinsausflüge in den Vogelpark Geiselwind, Walsrode, Schmieding, Plantaria sowie die Züchterreisen nach Dänemark inkl. den Zoo in Kopenhagen, nach Holland und in die Schweiz.
Auch die Bürokratie ist für uns Vogelzüchter eingekehrt. Eine gesetzliche Meldepflicht, Europas strengstes Tierschutzgesetz, das wir den Grünen zu verdanken haben, das ließ leider schon viele Züchter aufhören. Das größte Problem ist, dass wir keinen Nachwuchs haben! In unserem Verein hat von den 250 Züchtern, die wir einmal waren, nicht einer einen Nachfolger. Solange wir langjährige Züchter die Freude an der Vogelzucht haben, werden wir uns diese auch nicht vermiesen lassen.
Tatsache ist auch, dass viele Vogelzüchter auch Vogelschützer sind.
Das ist naheliegend, weil der Bezug zur Vogelwelt vorhanden ist. Wir sehen, wie unsere heimische Vogelwelt immer weniger wird. Allein in meiner Gemeinde Wals sind seit 40 Jahren die Rebhühner verschwunden. Fasane seit über 20 Jahren. Der Vogelverein Wals hat in unserem Gemeindegebiet 500 Nistkästen für Höhlenbrüter angebracht, die wir jeden Herbst reinigen. Ich weiß auch von anderen Vereinen, die solche Aktionen machen, ohne groß in der Öffentlichkeit „blabla“ zu machen. Das würde möglicherweise Spendengeld lukrieren, aber wir machen das auf eigene Kosten.
In meiner Gemeinde begann Rupert Brötzner 1972 mit dieser Aktion, bis über 90 tat er dies. Danach folgten ihm Josef Koch und Josef Reischl. 2008 übernahmen wir – das sind:
Martin Brötzner, Fritz Wagner mit Frau und ich diese Arbeit. Von einst 100 Kästen kamen wir z. Z. auf 500. Über 80 % sind jährlich besetzt. Hier muss ich der Gemeinde Wals für die finanzielle Unterstützung, sowie der Zimmerei Koch und Irlacher für die Bereitstellung von Nistkästen danken.
Da ich seit 50 Jahren Obmann bin und keinen Nachfolger habe, werde ich, solange ich kann weitermachen, vor allem wegen der Nistkastenaktion und dem monatlichen Vogel– und Kleintiermarkt bei Firma EVIT Leimüller in Neumarkt am Wallersee.
Danke auch den wenigen Mitgliedern für ihre Treue.
Walter Fuchs
Obmann
Bildergalerie
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