© Walter Fuchs © Walter Fuchs

Was wäre, wenn? Alle paar Tage lesen, hören oder sehen wir, wie in Windeseile Regenwälder in Südamerika,

Asien und Afrika abgeholzt, aber meist durch Brandrodung vernichtet wird. Die EU-Politiker haben mit Südamerika einen Pakt ausgehandelt, der lautet: Wir liefern Autos nach Südamerika im Tausch gegen billiges Rindfleisch!
Speziell die großen europäischen Autonationen wie Deutschland und Frankreich haben hier großes Interesse, diesen Pakt mit dem Teufel voranzutreiben, wobei man nicht weiß, wer hier der größere Teufel ist. Das Ganze nennt sich Mercosur, immer wieder zuhören und zu lesen.

Mittlerweile hat der WWF eine Petition gestartet, die gegen die Zerstörung der Regenwälder ist und bereits über eine Million Mal unterschrieben wurde, um diesen Wahnsinn zu beenden. Ob es hilft wird die Zukunft weisen. Fakt ist, dass in der EU von unseren Landwirten ausreichend hochwertiges Rindfleisch erzeugt wird und dass unter strengen Auflagen, so dass wir kein Hormonfleisch aus Drittstaaten brauchen.

Nun zum Kern der Sache:

Wie ich dies als Vogelzüchter und Verbandsobmann sehe, wenn tausend km² abgeholzt werden versuche ich hier darzustellen. Was geschieht mit den dort lebenden Tieren, da meine ich auch mit den Vögeln, wenn sie nicht den Feuertod sterben oder abgeschossen werden müssen sie sich ein neues Revier suchen. Die mit ausreichender Nahrung werden besetzt sein, die mit weniger Nahrungsquellen können ohnehin nur die wenig dort Lebenden ernähren. Also was geschieht mit all den Säugetieren, Vögeln und Reptilien? Sie werden wohl elendiglich zu Grunde gehen.

Was wäre, wenn?

Jetzt komme ich zum Titel meines Berichts zurück.
Was wäre, wenn?
Unter der Aufsicht des WWF oder anderer Organisationen Vögel in die EU importiert würden? Das würde bei manchen Tierschutzorganisationen und anderen Gutmenschen eine Lawine von Protesten hervorrufen. Es gibt immer noch Tierschützer, die die Meinung haben: „Lieber eine Art in der (kaputten) Natur aussterben lassen, als sie in menschliche Obhut zu geben!“ Ist eine Art einmal verschwunden, dann ist das für immer! Das wissen diese Menschen offensichtlich nicht. Fakt ist, das die privaten Tierhalter, aber auch die Tierhaltung in Zoos auf so einem hohen Niveau ist, wie nie zuvor. Sei es in der Forschung, der Ernährung, aber auch im Gehege Bau. Da gibt es vom Gesetzeber strenge Auflagen, die in unserem Tierschutzgesetz verankert sind. Anders ist es bei Nutztieren, die könnten von Gehegegrößen, die uns Vogelzüchter vorgeschrieben sind, nur träumen, könnten sie lesen.

Der Import von Vögeln wurde auf Grund der Vogelgrippe in Asien 2006 verboten. Inzwischen grassiert sie in Europa. Nach 2006, 2016 und 2020 bereits das dritte Mal, so viel zum Importverbot wegen der Vogelgrippe.
Die Vogelzucht hat bei uns in den letzten Jahrzehnten ein Niveau erreicht, das es zuvor noch nie gab. Ich erinnere nur an die Geschlechtsbestimmung, zuerst durch die Endoskopie und jetzt durch Bestimmen mittels der DNA. Als ich in den 70iger Jahren mit der Vogelzucht begann, gab es nur wenig Fachbücher, aber auch Fachzeitschriften, wie wir sie z.Z. haben, gab es sehr spärlich, speziell mit Farbfotos, alles war in schwarz/weiß.

Die Futtermittelindustrie hat sich mit der Entwicklung der Vogelhaltung angepasst. Wir haben für jede Vogelart ein angepasstes Futtermittel.

Wir Vogelzüchter könnten uns über diese positive Entwicklung glücklich schätzen, das tun wir auch. Wenn da nicht ein großes Problem wäre!
Wir werden immer weniger und das sehr rapide. Die Generation der Vogelzüchter ist in die Jahre gekommen, der Großteil ist 60 + und Nachwuchs ist nicht in Sicht. Vereine die in den 70iger und 80iger Jahren gegründet wurden, bestehen bis auf wenige Ausnahmen nur noch auf dem Papier, somit gibt es auch leider immer weniger Vogelausstellungen. Die heutige Vogelzüchtergeneration ist die Nachkriegsgeneration, diese sind mit Tieren aufgewachsen, da ihre Eltern, so auch meine, Selbstversorger waren, d.h. diejenigen, die ein Grundstück hatten, hielten sich Kaninchen, Hühner oder Truthühner und Gemüse. Manche ein, zwei Schweine und das prägte die Kinder dieser Generation da wir zur Versorgung der Haustiere mithelfen mussten. Ein Luxus meiner Eltern war ein Paar Kanarienvögel.

In den 60iger Jahren gab es die ersten Vogelzüchter mit einer kleinen Gartenvoliere. Der große Boom begann in den 1970iger Jahren, was bis dahin an Tieren zur Selbstversorgung galt, musste einer gepflegten Rasenfläche weichen, das war bei uns der Beginn mit dem Hobby – der Vogelzucht.
Der Aufschwung kam genauso schnell, wie das Abflauen der Vogelzucht und Haltung.
Also liebe Tierschützer und Gutmenschen, die gegen die Tierhaltung in menschlicher Obhut sind!
Sie ziehen an der verkehrten Seite des Stranges, nicht die Tierhalter sind am Artensterben die Schuldigen! Die Vernichtung des Lebensraumes muss verhindert werden.

Was wäre, wenn?

Vögel in die EU importiert würden? Es würde kaum noch Abnehmer geben, weil die Vogelzüchter und -halter fehlen und das allgemeine Interesse an der Vogelhaltung immer mehr verschwindet. Die jetzige Generation hat ein anders Interesse, das sind Internet, Handy usw. und verblödet da immer mehr. Der Umgang mit Tieren beschränkt sich immer mehr auf vakuumverpacktes Fleisch aus dem Supermarkt.

Walter Fuchs

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