Haben sie sich liebe Zuchtfreunde, auch schon einmal

die Frage gestellt warum Ende August das Kraut auf den Kartoffelfeldern verdorrt? Nicht nur das Kartoffelkraut, sondern auch die Wildkräuter (früher Unkraut)??

Früher wurde dieses, nach dem natürlichen Vertrocknen, ab der zweiten Septemberhälfte gemäht und mit der Gras Egge zusammen getan auf einen Haufen und angezündet.

Als Bub habe ich mir in das Feuer Kartoffeln getan und diese „Bratkartoffeln“ gegessen. Ebendiese kann man heute auf Jahr- und Weihnachtmärten um bis zu 10 Euro pro Stück mit Fülle kaufen. Aber das nur nebenbei!

Das heuen des Krautes war natürlich ein großer Arbeitsaufwand zu dem hat heute keiner mehr Zeit. Es war aber notwendig, da sich sonst beim Ernten und Pflügen das Kraut um den Kartoffelroder und Pflug anlegen. Die Erdäpfelstauden samt Wildkräuter müssen ab Mitte August mit Gift tot gespritzt werden. Der Grund sind nicht moderne Erntemaschinen, die die Erdäpfelstauden u.a. behindern, sondern die Kartoffeln dürfen nicht mehr weiterwachsen und sollen eine gleiche Größe haben, ansonsten werden sie von den großen Lebensmittelkonzernen nicht gekauft. Unterschiedliche Größen bei Gemüse und Feldfrüchten? Das geht gar nicht!!!

Wir Kunden wurde von großen Lebensmittelgeschäften so erzogen, dass alle Früchte eine gewisse Größe haben dürfen und nicht kleiner oder größer, als das von den Konzernen vorgegeben Maß, nicht unter- oder überschritten werden darf.
Wenn ich ab und zu in ein Großkaufhaus gehe dann schau ich gerne den Menschen zu, wie sie bei Obst und Gemüse den Inhalt der Obst- bzw. Gemüsekisten durchwühlen! Es könnte ja ganz unten eine noch größere Frucht sein, der nächste dreht wieder, greift wieder alles an und dreht es um.

Aber nun zum Thema zurück! Zu den vergifteten Erdäpfelstauden und dem Unkraut.

Wir Vogelzüchter wollen unseren Pfleglingen ein umfangreiches Futter anbieten. Dazu gehören eben auch Wildsämereien und die wachsen meist in Kulturäckern am besten und gerade die sind, wenn sie reif oder halbereif sind, vergiftet.

Man fährt an einem Gemüseacker vorbei und denkt sich: Ah, da gibt es Wildsämereien für meine Vögel! Drei Tage später ist alles verdorrt!! Ein sicheres Zeichen, dass das Kraut totgespritzt wurde. Also lieber die Finger davonlassen. Auch bei Unkraut, das auf „Gstätten“ wächst muss man vorsichtig sein. Wenn es sich dabei um legale oder illegale Ablagerungen handelt, kann es sein, dass der Schutt- oder Erdhaufen mit irgendwelchen Giftstoffen kontaminiert ist. Das Gift kann nicht nur bei Volieren Vögeln böse Folgen haben, sondern auch bei Wildvögeln. Eine Alternative zum Gift wäre mulchen, aber der Arbeitsaufwand ist größer.

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